Hôtel de Sade

Entdecken Sie das Stadtpalais der Familie de Sade im Herzen von Saint-Rémy-de-Provence!

Das Hotel de Sade kann auf eine bewegte und abwechslungsreiche Vergangenheit zurückblicken: es beherbergte ursprünglich einen riesigen Thermalkomplex aus dem 4. Jahrhundert unserer Zeitrechnung, der dank verschiedener Ausgrabungen seit den 1940er-Jahren schrittweise freigelegt wurde. Ein Zehentgebäude, sowie sakrale und Privatgebäude kamen im Mittelalter und in der Neuzeit hinzu... 

DIE FAMILIE DE SADE

Das im Staatseigentum befindliche und vom Denkmalamt verwaltete Gebäude beherbergte ursprünglich einen riesigen Thermalkomplex aus dem 4. Jahrhundert unserer Zeitrechnung, der dank verschiedener Ausgrabungen seit den 1940er-Jahren schrittweise freigelegt wurde. Ein Zehentgebäude, sowie sakrale und Privatgebäude kamen im Mittelalter und in der Neuzeit hinzu.

1513 ließ Balthazar de Sade ein Stadtpalais in einem Stil errichten, in dem Gotik und Renaissance gleichsam vertreten waren. Die heutige Anlage ist das Ergebnis eines Flurbereinigungs- und Restaurierungsverfahrens dieser verschiedenen Gebäude, das zu Beginn des 20. Jahrhunderts unter der gemeinsamen Leitung des Architekten Jules Formigé und des Leiters der Abteilung für Altertümer der Provence, Henri Rolland durchgeführt wurde, um die archäologischen Sammlungen von Glanum aufzubewahren und die Forscher hier aufnehmen zu können.

Dieses Palais, das sich inmitten der Altstadt von Saint-Rémy-de-Provence befindet, verkörpert die Macht der Familie de Sade, die vom Papst im 14. Jahrhundert geadelt wurde. Der berühmte Marquis de Sade (1740-1814) zählt zu den zahlreichen Nachkommen des Erbauers dieses Stadtpalais, hat dieses aber nie bewohnt.

Der „göttliche Marquis“ wächst nicht weit von hier im Schloss Saumane (Vaucluse) auf und soll hier von seinem Onkel in dieses ausschweifende Leben eingeführt worden sein. Er verbracht einen Teil seines Lebens im Schloss Lacoste im Lubéron, in der Nähe von Apt, in dem er umfassende Verschönerungsarbeiten vornehmen ließ. An diesen Ort zog er sich auch zurück, um den Kritiken und den zahlreichen Kontroversen zu entfliehen, die durch seine Schriften entstanden. Seine letzten Tage verbringt er als Patient der Anstalt von Charenton, in der Region Île-de-France, wo er 1814 verstirbt.

Ein würdiger Rahmen für Glanum

Architektur von der Antike bis zur Renaissance an einem Ort

Balthazar de Sade (1461-1518) lässt im späten 15. Jahrhundert ein Herrenhaus im Renaissance-Stil im Zentrum von Saint-Rémy-de-Provence errichten. Dieses Ereignis krönt einen besonderen Bauzyklus mit einer Reihe von bemerkenswerten zivilen (antike Thermen, mittelalterlicher Turm und Haus des Zehnten) und religiösen Bauwerken (Kirche N-D der la Tour gefolgt von der Kirche Saint-Pierre im Mittelalter und der Kapelle der schwarzen Büßer in der Neuzeit).

Ein würdiger Rahmen für die Sammlungen aus Glanum

Das Denkmal bietet auch einen Parcours unter dem Motto „von der Ausgrabung ins Labor“ an, auf dem die verschiedenen Etappen der archäologischen Forschungsarbeiten entdeckt werden können, die von den Wissenschaftlern seit einem halben Jahrhundert durchgeführt werden, die die im Hotel de Sade aufbewahrten Sammlungen genau studieren.

Livie

Augustus „liebte und schätzte sie bis zum Ende auf einzigartige Weise und mit einzigartiger Treue“
Sueton

       

Livia Drusilla, Livie (58 v. Chr.-29 n. Chr.): 

Im Januar 38 v. Chr. ehelicht Augustus in 3. Ehe Livia, die wichtigste Person in seinem Leben, mit der er auch bis zu seinem Tod zusammenlebt. 

Als sie einander begegnen, ist Livia bereits mit Tiberius Claudius Nero verheiratet, mit dem sie zwei Kinder hat (Tiberius, der künftige Kaiser, der von Augustus adoptiert wird, und Drusus). Auf Bitte von Augustus willigt Tiberius Claudius Nero in die Trennung ein.

Livia ist eine geschickte und energische Frau. Sie hat den Ruf einer großzügig zu sein, und redet Augustus zu, gegenüber seinen Feinden Milde walten zu lassen. Gleichzeitig soll sie aber auch Intrigen gesponnen haben, die gar den Tod von Marcellus, Gaius und Lucius zur Folge hatten, wodurch Tiberius als einzigen Nachfolger von Augustus übrig blieb. Darüber hinaus soll sie auch mitverantwortlich für das Exil von Agrippa Postumus, des letzten überlebenden Enkels von Augustus, auf der kleinen Insel Planasia gewesen sein. Manche verdächtigen sie gar, für den Tod des Augustus verantwortlich zu sein (sie soll ihm vergiftete Feigen aufgetischt haben).
Livia stirbt schließlich im Alter von 86 Jahren.

„Durch die Reinheit ihres häuslichen Lebens ließ sie die alten Sitten wieder aufleben, war jedoch auch geselliger, als man es bei Frauen aus früheren Zeiten annahm, sie war eine gebieterische Mutter und eine Ehefrau, die die Augen vor mancher Tatsache verschloss, und sich mit den subtilen Machenschaften ihres Gatten und der Verheimlichung des Sohnes abfand“
Tacitus, Annalen, V, 1.

Das im Hotel de Sade ausgestellte Bildnis von Livia wurde 1951 in Glanum im Brunnen zwischen den beiden „Zwillingstempeln“ entdeckt.
Es stammt aus den Jahren 4-14 n. Chr. Es ist aus weißem Marmor gehauen und 22,5 cm hoch.

Der Archäologe Pierre de Brun

Pierre de Brun, Archäologe aus dem frühen 20. Jahrhundert, wurde am 16. November 1874 in Mauriac im Cantal geboren. Er war Einnehmer des Domänenamtes, leidenschaftlicher Geologe, Paläontologe und Archäologe. Seine Arbeiten stehen am Anfang der bedeutenden Sammlung, die heute im Museum für Paläontologie der Universität de Provence zu sehen ist.

Pierre de Brun führte Ausgrabungen an zahlreichen Orten, wie in den Alpilles, den Causses, und am Rande der Cévenole, im Massiv von Uchaux im Vaucluse und in der provenzalischen Kette durch. Nach und nach trug er eine umfassende Sammlung an Fossilien zusammen.
Man verdankt ihm die Leitung der Ausgrabungen in Glanum im Jahre 1921, die Beschreibung zahlreicher Fundgegenstände und die Gestaltung eines Glanum-Führers, ein posthumes Werk, das 1942 von der wissenschaftlichen Fakultät Marseille veröffentlicht worden ist.

Beschreibung: Chapiteau quadricéphale, têtes féminine et masculine / Portrait d'une princesse inconnue

Bereits bei seinem Eintreffen in Saint-Rémy war Pierre de Brun aufgefallen, dass zahlreiche Fundgegenstände weder zusammengefasst, noch geschützt, oder gesichert waren. Er wollte dieser zusammenhanglosen Situation mit der Gründung eines Museums 1919 im Hotel Mistral Montdragon ein Ende bereiten. Somit wurde er zum Konservator des Alpilles-Museums. Auf sein Bestreben hin wurde das Gebäude unter Denkmalschutz gestellt. Er genießt bei seinen Kollegen hohe Anerkennung und erhält von der Akademie Marseille den Dassy Preis. Er ist Offizier der Akademie, Mitglied der geologischen Gesellschaft Frankreichs, der Gesellschaft für Statistik, Geschichte und Archäologie in Marseille und noch anderer wissenschaftlicher Einrichtungen.

Pierre de Brun geht 1934 offiziell in den Ruhestand, setzt sein erfinderisches Werk jedoch bis zu seinem Lebensende mit Begeisterung fort. Er stirbt am 4. August 1941 im Alter von 66 Jahren. Als ausgezeichneter Humanist und pflichtbewusster Ehrenmann brachte er den Wunsch zum Ausdruck, dass seine paläontologischen Sammlungen nach seinem Tode an der Universität de Provence weiterleben sollten.

(Sources : Cerege.fr et Saint-Rémy-de-Provence, son histoire)

Des Numismatiker

Henri Rolland (1887-1970), geboren am 1. Januar 1887, ist ausgebildeter Architekt, war jedoch auch Epigraphiker, vor allem aber ein anerkannter Numismat

Bereits 1924 tritt er in die französische numismatische Gesellschaft ein. Seine Forschungsarbeiten und Entdeckungen sind bemerkenswert, und man verdankt ihm die Erforschung von Ugium (heute unter dem Namen Oppidum Saint-Blaise in Saint-Mître-les-Remparts bekannt).

Er wurde mit den Ausgrabungen am Standort Glanum beauftragt und gründete auch das Depot „Hotel de Sade“ in Saint-Rémy-de-Provence, in dem die Fundgegenstände aufbewahrt werden. 

Beschreibung: Site archéologique de Glanum

Im Zweiten Weltkrieg dient er als Hauptmann der Reserve, wird in Dunkerque gefangen genommen und 1942 befreit.
Viele Jahre lang hat sich dieser Wissenschaftler um junge Archäologen und Studenten gekümmert, denen er sein immenses Wissen und seine Kenntnisse mitgeteilt hat. 1955 erhält er vom Zentrum für Wissenschaftsforschung CNRS die Silbermedaille und danach noch zahlreiche Preise der Akademie.

Henri Rolland war von 1956 bis 1964 auch Leiter der „Antiquités historiques de Provence“, Region Nord. Er war Mitglied zahlreicher akademischer Gesellschaften und 1961 Korrespondent der Akademie der Inschriften und Literatur. Neben seiner Hauptbeschäftigung in Glanum und Saint-BlaiseIl war er zeitlebens an vielen Orten zu finden und aktiv.
Gemäß seinem persönlichen Wunsch ruht Henri Rolland heute in Saint-Blaise.